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Der "Weber-Flügel"

Auf einer Konzertreise erwarb Carl Maria von Weber 1813 einen Hammerflügel von Joseph Brodmann. In einem Brief an seinen Bruder bringt Weber seine Freude über den Kauf zum Ausdruck: "Ich habe 2 herrlich Instrumente gekauft eins von Streicher und eins von Brodmann. An einem Tage habe ich gewiß 50 verschiedene gesehen von Schanz, Walter, Wachtl etc. die alle nicht einen Schuß Pulver taugen im Vergleich von jenem." 1881 vermachte Webers Sohn den Brodmann-Flügel an Kaiser Wilhelm I., König von Preußen. Kaiser Wilhelm II. schenkte ihn dann 1889 der Berliner Musikinstrumenten-Sammlung.

Joseph Brodmann (1771–1848) zählt zu den bekanntesten deutschen Klavierbauern. Neben Weber schätzte auch Beethoven seine Instrumente. Brodmanns Werkstatt wurde nach seinem Tod von seinem Schüler Ignaz Bösendorfer übernommen.

Der "Weber-Flügel", ein mit Nussbaum furniertes Instrument, ist durchgängig dreichörig bezogen und ermöglicht mit Hilfe von vier Pedalen und einem Kniehebel fünf verschiedene Klangdifferenzierungen. Besonders hervorzuheben ist das kontinuierlich wirkende Una-corda-Pedal, das auch die Umsetzung der bei Beethoven auftretenden Spielanweisungen "una corda", "due corde" und "tre corde" (eine, zwei bzw. drei Saiten) erlaubt. Die drei anderen Pedale dienen der Dämpfungsaufhebung, als Fagottzug (ein Pergamentstreifen legt sich lose auf die Saiten, wodurch ein schnarrender Klang entsteht) und als Moderator bzw. Pianozug (zwei Tuchstreifen schieben sich zwischen Hämmer und Saiten). Ebenfalls als Pianozug (mit nur einem Tuchstreifen) fungiert der Kniehebel.

Durch den leichten Anschlag und den geringen Tiefgang der Tasten kam das Instrument der brillanten Spielweise der Epoche sehr entgegen.

Brodmannflügel, Kat.-Nr. 4073 (Flash)