Symposien

Das Autograph – Fluch und Segen | Probleme und Chancen für die musikwissenschaftliche Edition
Symposium der Fachgruppe Freie Forschungsinstitute in der Gesellschaft für Musikforschung | SIMPK, 19.–21. April 2013
Zum Gedenken an Klaus Döge
Der Aura eines Komponistenautographs kann sich kein Musikfreund entziehen. Und jeder Herausgeber ist glücklich, wenn er ein Autograph als Quelle zur Verfügung hat. Doch ist die Freude nicht ungetrübt – und dies nicht nur, weil Eigenschriften oft elementare Leseschwierigkeiten bereiten. Ein Autograph zeigt – entgegen einer verbreiteten Vorstellung – nur ausnahmsweise die endgültige Fassung eines Werks. Diese findet sich meist erst in überprüften Abschriften, Originalausgaben oder Korrekturexemplaren. Oft bleibt dabei aber unklar, welche vom Autograph abweichenden Lesarten autorisiert sind und welche gegen den Willen des Autors zustande kamen.
Das Urteil über die Beziehungen der Quellen zueinander, die Schlussfolgerungen zur Werkgenese und die Entscheidung, welches Stadium des Werks letztlich durch die Edition präsentiert werden soll, können je nach Komponist recht unterschiedlich ausfallen. Das Symposium wird an exemplarischen Untersuchungen zeigen, welche Herausforderungen und Lösungen sich daraus in den einzelnen Editionsprojekten ergeben.
Im Rahmen der Tagung findet auch ein Workshop speziell für Studierende über die Interpretation von Autographen statt.
Freitag, 19. April 2013
15.00 Uhr | Michael Struck (Johannes Brahms Gesamtausgabe, Universität Kiel)
Einführung
15.15 Uhr | Reinhard Kapp (Universität der Künste, Wien)
Der aufschreibende Komponist
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16.30 Uhr | Ulrich Krämer (Arnold Schönberg-Gesamtausgabe, Berlin)
Partitur versus Particell. Probleme der handschriftlichen Überlieferung bei Arnold Schönberg
17.15 Uhr | Thomas Ertelt (Staatliches Institut für Musikforschung, Berlin)
Das Particell von Alban Bergs »Lulu«, 3. Akt
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19.00 Uhr | Öffentlicher Vortrag
Rudolf Stephan (Berlin): Töne und Noten
Anschließend Empfang
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Samstag, 20. April 2012
09.30 Uhr | Uwe Wolf (Carus-Verlag, Stuttgart)
Annäherungen an eines der ganz großen Rätsel: Das Autograph zur h-Moll-Messe von J. S. Bach
10.15 Uhr | Heide Volckmar-Waschk (Joseph Haydn-Institut, Köln)
Auf der Jagd nach der authentischen Fassung. Zur Quellenlage von Joseph Haydns Sinfonie Hob. I:73 »La Chasse«
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11.30 Uhr | Michael Struck (Johannes Brahms Gesamtausgabe, Universität Kiel) / Kathrin Kirsch (Institut für Musikwissenschaft, Universität Kiel)
Werkgenetische Phasen im Schaffen von Johannes Brahms und ihre editorische Bedeutung
a) Progression und Regression: Vom Quellenwert der Autographe für die Edition Brahms'scher Werke
b) Korrekturphase – Erprobungsphase. Zur Werkentstehung zwischen Redaktion und Interpretation am Beispiel ausgewählter Korrektur- und Aufführungsabzüge von Johannes Brahms' Werken
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14.30 Uhr | Peter Hauge (Danish Centre for Music Publication, Kopenhagen)
Sources, Authenticity, Methodology, and Complete Editions
15.15 Uhr | Daniela Philippi (Institut für Musikwissenschaft, Universität Frankfurt a. M.)
Authentisch, autorisiert oder übersehen – Zur Bewertung von Varianten zwischen Autograph und Erstdruck in Antonín Dvořáks Streichquartetten op. 105 und op. 106
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16.30 Uhr | Stefan König (Max-Reger-Institut, Karlsruhe)
Überarbeitungsschichten in Max Regers Phantasie und Fuge d-moll für Orgel op. 135b und ihre Deutungen
17.15 Uhr | Helga Lühning (Bonn)
Zwiespältige Handschriften. Die Funktion der Autographe zu »Fidelio«
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20.00 Uhr Gesprächskonzert
Überlegungen zur Frühfassung von Felix Mendelssohn Bartholdys erstem »Klaviertrio d-Moll op. 49« oder »Die spektakuläre Rettung eines Autographs«
Hyperion-Trio (Hagen Schwarzrock, Klavier | Oliver Kipp, Violine | Katharina Troe, Violoncello)
Moderation: Salome Reiser
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Sonntag, 21. April 2012
09.30 Uhr | Salome Reiser (Kritische Ausgabe der Werke von Richard Strauss, München)
Schrift und Schriftlichkeit in den Werken von Richard Strauss
10.15 Uhr | Christine Siegert (Universität der Künste, Berlin)
Autograph – Autorschaft – Bearbeitung. Überlegungen zu einer Dreiecksbeziehung
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11.30 - 13.00 Uhr | Autographe lesen
Round-Table-Gespräch mit den Referentinnen und Referenten
Moderation: Armin Raab (Joseph Haydn-Institut, Köln)
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Workshop für Studierende
In Verbindung mit dem Symposium findet ein Workshop über Beethovens Handschriften und ihre Botschaften statt (Leitung: Julia Ronge, Jens Dufner, Beethoven-Archiv, Bonn)
Termin: Samstag 13.30–16.30 im Seminarraum des Staatlichen Instituts für Musikforschung. Die Teilnehmerzahl ist auf 20 beschränkt. Anmeldung ist erforderlich, bitte per e-Mail an Ullrich Scheideler, Humboldt Universität Berlin ( ullrich.scheideler@staff.hu-berlin.de).
Der Eintritt zu allen Veranstaltungen des Symposiums ist frei.
Veranstalter
Fachgruppe Freie Forschungsinstitute in der Gesellschaft für Musikforschung
Kontakt: Armin Raab ( raab@haydn-institut.de | Tel.: 0221 - 73 37 96)
in Zusammenarbeit mit
Staatliches Institut für Musikforschung Berlin
Konatkt: Thomas Ertelt ( ertelt@sim.spk-berlin.de | Tel.: 030 - 25 48 11 01)
Gefördert von der Fritz Thyssen Stiftung
Mit freundlicher Unterstützung von
Schott Music International, Mainz
Symposium-Flyer [PDF, 1,1 MB]
Symposium-Reader [PDF, 280 KB]
Staatliches Institut für Musikforschung PK
Musikinstrumenten-Museum (Curt Sachs-Saal)
Tiergartenstraße 1, 10785 Berlin
(Eingang: Ben-Gurion-Straße)
Stiftung Preußischer Kulturbesitz
