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Symposien

Interpretationsforschung 2010 – Methoden computergestützter Analyse im Kreuzverhör der Disziplinen

26. bis 28. November 2010

Als Desiderat der Historischen Musikwissenschaft wurde in den letzten Jahren neben einer historischen Rezeptionsforschung immer wieder auch eine historische Interpretationsforschung benannt. Und als Quelle zu einer solchen liegen nun seit 100 Jahren nicht nur schriftliche Dokumente vor, sondern – in Form von Schallaufzeichnungen – auch klingende Zeugnisse.
Zugleich wird, eher im Umfeld der Systematischen Musikwissenschaft und mit Blick auf die Musikpsychologie, seit ungefähr zwei Jahrzehnten versucht, mithilfe des Computers und digitaler Signalverarbeitung Verfahren zu entwickeln, Schallaufzeichnungen genauer, objektiver und flächendeckender zu analysieren als es ein noch so genaues Hören erlaubt. Die Szene in diesem Bereich ist jedoch eher unübersichtlich und vor allem schnelllebig.
Der vom Staatlichen Institut für Musikforschung in Zusammenarbeit mit dem Fachgebiet Audiokommunikation der TU Berlin ausgerichtete Kongress möchte einerseits einen Überblick über den derzeitigen Stand der Entwicklung computergestützter Analyseverfahren geben. Andererseits soll der Austausch zwischen einer systematischen Interpretationsforschung bzw. Softwareentwicklung und der Historischen Musikwissenschaft verbessert werden, auf dass sich Erstere herausgefordert fühlen, ihre Verfahren auch an historischen Fragestellungen zu erproben, Letztere dagegen, sich Aufschluss darüber zu geben, in welcher Weise sich die technischen Verfahren im Rahmen einer historischen Interpretationsforschung fruchtbar machen ließen und wie man sie gegebenenfalls weiterentwickeln könnte.


Themen und Referenten

Wolfgang Auhagen (Halle)
»In Search of Beauty in Music« – Zur Geschichte der musikpsychologischen Interpretationsforschung

Nicholas Cook (Cambridge)
Bridging the Unbridgeable? Empirical Musicology and Interdisciplinary Performance Studies

Nicolas Donin (Paris)
Making Music Together (... with Sensors on the Bows)

Martin Elste (Berlin)
Musik als Klanggeschehen. Prinzipielle Fragen hinsichtlich Rezeption und Analyse einer Zeitkunst

Marco Fabiani (Stockholm)
Rule-Based Expressive Analysis and Interactive Resynthesis of Music Audio Recordings

Anders Friberg (Stockholm)
Bridging the Semantic Gap in Music Information Retrieval: Preliminary Results of Modeling Perceptual-Based Features in Music Audio

Werner Goebl (Wien)
Die ungleichzeitige Gleichzeitigkeit des Spiels: Tempo Rubato in Magaloffs Chopin und andere Asynchronizitäten

Hans-Joachim Hinrichsen (Zürich)
Interpretation

Reinhard Kapp (Wien)
Zu einer Geschichte der musikalischen Messkunst

Alexander Kharuto (Moskau)
Präzise Klanganalyse in der Musikwissenschaft: Ziele, Methoden und Ergebnisse

Kai Köpp (Bern)
Geschichtsbewusstsein in der Interpretationspraxis um 1900

Daniel Leech-Wilkinson (London)
Making Music with Alfred Cortot: Ontology, Data, Analysis

Alexander Lerch (Berlin)
Softwaregestützte Parameterextraktion für die musikalische Aufführungsanalyse

Heinz von Loesch (Berlin)
Beethovens Appassionata von Frederic Lamond bis András Schiff

Tobias Pfleger/Thomas Seedorf (Karlsruhe)
Tempo als relationaler Parameter – Überlegungen zur Interdependenz von Tempo und metrischen Schwerpunktbildungen

Norbert Schnell (Paris)
Playing and Replaying – Sound and Music Analysis/Resynthesis and Gestural Embodiment in the Development of Interactive Music Medias

Thomas Synofzik (Zwickau)
Methoden und Probleme der Interpretationsforschung am Beispiel von Schumann-Einspielungen

Anja Volk (Amsterdam)
Analytic Interpretation. The Exploration of a Research Field Exemplified on Metric Structures

Stefan Weinzierl (Berlin)
Zur Validität technischer Prädiktoren für die Qualitäten von musikalischen Interpretationen


  Abstracts