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Arpeggione

In Franz Schuberts Nachlass fand sich ein Werk, das seinen ersten Biographen Rätsel aufgeben sollte: die "Sonate für Arpeggione und Pianoforte". Ein Instrument namens Arpeggione war ihnen nicht bekannt, sie vermuteten darin einen speziellen Harfentyp. Tatsächlich handelt es sich aber bei dem Arpeggione um eine Art Kreuzung aus Gitarre und Violoncello, die ohne Schuberts Sonate wohl vollständig in Vergessenheit geraten wäre.

Erfunden wurde der Arpeggione im Jahre 1823. Das erste Aufsehen erregte er weniger aus musikalischen Gründen, als vielmehr wegen eines recht bizarr anmutenden Urheberstreits. Sowohl der Wiener Geigenbauer Johann Georg Staufer als auch der in Pest wirkende Peter Teufelsdorfer beanspruchten für sich die Erfindung des Instruments, das vorerst als Guitarre d'amour, Bogen-Guitarre oder Sentimental-Guitarre bezeichnet wurde.

Unser Museum besitzt eines der wenigen bekannten Arpeggione-Instrumente. Es wurde vermutlich von Anton Mitteis in Leitmeritz in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gebaut. Der Umriss des Korpus, ohne Randüberstand und mit flachem Boden, die Metallbünde auf dem eher flachen Griffbrett sowie die sechs Saiten in der Stimmung E-A-d-g-h-e' stammen von der Gitarre, vom Violoncello die Saitenlänge, die gewölbte Decke mit der entsprechenden Steghöhe sowie Spielhaltung und Bogenspieltechnik. 1997 fertigte Thomas Schiegnitz einen Nachbau des Arpeggione an, der im Rahmen von Konzerten und einer CD-Produktion aus konservatorischen Gründen als Übungsinstrument zur Verfügung stand.

Arpeggione, Kat.-Nr. 4678 (Flash)