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Berliner Instrumentenbau

Die Tradition des Blasinstrumentenbaus reicht in Berlin bis in die Zeit Friedrichs II. zurück, als in Potsdam die Werkstatt von Friedrich Gabriel A. Kirst existierte und mehrere junge Instrumentenbauer dort lernten. So auch J. Conrad Griessling und B. Schlott. Gemeinsam gründeten sie 1808 in Berlin eine eigene, bis 1842 existierende Firma, in der zunächst Holzblasinstrumente, später auch Blechblasinstrumente hergestellt wurden. Zur gleichen Zeit ließ sich Johann Gottfried Moritz in Berlin nieder, der als königlicher Hofinstrumentenmacher und akademischer Künstler zusammen mit seinem Sohn Carl Wilhelm und dem Militärmusiker Wilhelm Wieprecht das Ventilsystem der Blechblasinstrumente verbesserte. 1835 ließ sich Moritz die Basstuba patentieren. Dieses Instrument entspracht den Intentionen Wieprechts, dem Bassregister in den Blasmusikkapellen mehr Gewichtung zu geben. Bis 1955 existierte die Firma Moritz.

Eine Besonderheit der Klavierbauer im Biedermeierlichen Berlin waren die sogenannten Lyra-Flügel und Giraffenklaviere. Im ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhundert wurde Berlin dann eine der Metropolen des Klavierbaus, der auch eine Menge von Zuliefererfirmen nach sich zog. Von den vielen, vor allem im Bezirk Kreuzberg ansässigen Klavierbaufabriken - darunter die Firmen Wilhelm Biese, Gebr. Schwechten und Theodor Stöcker - existiert seit einigen Jahren lediglich noch die Firma C. Bechstein.

Auch wenn es keinen einheitlichen Berliner Geigenbaustil gibt, ist in der Stadt natürlich auch der Geigenbau vor allem wegen der anfallenden Reparaturen und des Handels mit mehr oder weniger hochwertigen Geigen reichlich vertreten. Der wohl berühmteste Geigenbauer Berlins war Otto Möckel (1869-1937), der - wie sein Bruder Max (1873-1937) - Schüler seines Vaters Oswald Möckel (1843-1912) war und neben Neubau, Reparaturen und Handel auch ein bedeutendes Lehrbuch zum Geigenbau verfasste. Otto Möckels Instrumente wurden von vielen berühmten Musikern sogar italienischen Meistergeigen vorgezogen. Der große Geiger Georg Kulenkampff spielte in seinen Konzerten eine Geige von Möckel, obwohl er auch eine Stradivari besaß.

Dem Berliner Musikinstrumentenbau ist eine ausführliche   Publikation gewidmet.