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Blasinstrumente des Barock

Das Instrumentarium des ausgehenden 17. Jahrhunderts zeugt - vor allem im Bereich der Holzblasinstrumente - von einem sich wandelnden Klangideal. Pommer und zum Teil auch Blockflöte werden durch Oboe und Traversflöte verdrängt, die beide ein nuancenreicheres Spiel erlauben.

Die kostbar mit Elfenbein ausgestattete Oboe des Pariser Instrumentenbauers Dupuis hat mit dem Pommer noch die Fontanelle gemeinsam, eine kunstvoll ausgestattete Hülse, die den Klappenmechanismus schützt. Die reiche Ausstattung des Instruments mit Elfenbein lässt darauf schließen, dass es in der französischen Hofkapelle geblasen wurde.

Aus der berühmten Hotteterre-Familie, deren Mitglieder im späten 17. und 18. Jahrhundert am französischen Hof wirkten und auch an der Entwicklung der Oboe beteiligt waren, stammt eine Querflöte unseres Museums. Das Instrument entspricht genau demjenigen, mit dem sich Jacques-Martin Hotteterre, genannt Le Romain, auf dem Titelblatt seiner berühmten Flötenschule von 1707 hat darstellen lassen.

Kurz nach 1700 wurde in der Nürnberger Werkstatt von Jacob Denner die erste Klarinette entwickelt. Anders als bei Oboe, Flöte oder Fagott handelt es sich hier weniger um die Weiterentwicklung eines bestehenden als vielmehr um die Erfindung eines neuen Instruments.

Bei der Querflöte liegen die Klappen frei und boten den Instrumentenbauern einen Anreiz für die dekorative Gestaltung. So schmückte der französische Instrumentenbauer Dumont sein Instrument, das vermutlich um 1720 gebaut wurde, mit einem filigranen Blumenmotiv.