###

Der Wächter auf der Zinnen

 

  Abb. 5: Turmwächter mit Horn aus dem Oldenburger Sachsenspiegel, 14. Jh.

Der Türmer mit seiner Trompete oder seinem Horn war unverzichtbar:
Er musste scharfe Augen haben, um herannahende Fremde zu erkennen und rechtzeitig zu melden.
Er musste den Ort beobachten, um vor Feuer zu warnen.
Er musste die Tageszeit blasen.
Ob er von den Nachtwachen müde war, kümmerte niemanden. Später wurde es üblich, daß der Türmer mit seinen Gesellen Choräle vom Turm herunter blies. Aus solchen Ensembles entstanden die Stadtpfeifer. Der Chef konnte die Türmeraufgaben einem Untertürmer übertragen. Seit dem 17. Jahrhundert wurden in vielen Städten die Stadtpfeifer vom ermüdenden Türmerdienst entbunden, um ihren musikalischen Aufgaben besser gerecht zu werden. Eine der letzten Städte war Berlin, wo König Friedrich II. verfügte, daß die Stadtmusikanten weiterhin zum Türmerdienst verpflichtet bleiben sollten.



Unterm Strich ____________________________________________________________

Der Beruf des Türmers galt als »unehrlich«, d. h. er hatte keine Ehre. Damit gehörte er zu Leuten wie Abdeckern, Scharfrichtern, aber auch herumziehenden Musikanten.


  Zurück                  Weiter
  Zurück zum Inhaltsverzeichnis