###

Elektronische Musikinstrumente

Bei den elektronischen Musikinstrumenten handelt es sich im engeren Sinne um elektroakustische Instrumente. Im Gegensatz zu den rein akustischen Instrumenten werden bei ihnen elektrische Schwingungen erzeugt, die dann auf geeignete Weise über Verstärker und Lautsprecher in Schall umgesetzt werden.

Friedrich Trautwein stellte 1930 in Zusammenarbeit mit Paul Hindemith ein elektronisches Instrument vor, das Trautonium, bei dem mit einem Glimmlampen-Generator ein sehr obertonreicher Klang erzeugt wird. Die verschiedenen Tonhöhen werden über eine Saite abgegriffen. Bis ca. 1956 wurde das Trautonium von Oskar Sala weiterentwickelt und wurde besonders durch dessen Filmmusiken populär. Das bekannteste Beipiel hierfür dürfte die künstliche Erzeugung der Vogelschreie in Alfred Hitchcocks Thriller "Die Vögel" sein. Aufgrund seiner Popularität stellte die Firma Telefunken in den 30er Jahren eine Kleinserie von 40 Instrumenten her.

Eine parallele Entwicklung zum Trautonium stellt das Hellertion Bruno Helbergers und Peter Lertes von 1928 dar, auf dessen Basis Hellberger nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Heliophon eine verbesserte Version entwickelte. Es wird über zwei Manualklaviaturen gespielt. Combichord, Clavioline und Multimonica waren nur einstimmig zu spielen und dienten den Tanzkapellen als Zusatzeinrichtung zum Klavier und Akkordeon. Dementsprechend hatten sie nur eine kleine Tastatur.

In der weiteren Entwicklung wurden die Möglichkeiten der elektroakustischen Tonerzeugung in den 50er Jahren mit Vorliebe auf die Orgel übertragen. Wie die traditionelle Orgel haben die elektronischen Orgeln mehrere Manuale, oft ein Kirchenorgelpedal und Wippen oder Schalter zur Betätigung der Register.

Ein bekanntes Beispiel für eine elektronische Orgel ist die Hammond-Orgel. Sie war ursprünglich gedacht als Ersatz für die traditionelle Orgel, konnte sich dort aber nicht durchsetzen. Dagegen hatte sie großen Anklang bei Gospelgruppen und fand so ihren Weg zum Blues und Rhythm & Blues. Noch heute ist sie ein wichtiger Bestandteil des Jazz und der Rockmusik, wenn nicht im Original dann zumindest in der Simulation.

Mit dem Synthesizer knüpfte die Industrie nach 1965 an die Tradition des Trautoniums und des Heliophons an. Heute ist diese Art der elektronischen Klangerzeugung Basis der Rock- und Popmusik und somit grundlegend für weite Teile der Musikbranche.