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Der Dämpfer

 


  Abb. 16: Früheste Darstellung eines Trompetendämpfers bei Marin Mersenne, 1636



  Abb. 17: Claudio Monteverdi: Anweisung zum Dämpfen der Trompeten in der Eingangstoccata zur Oper »Orfeo« von 1607



Unterm Strich ____________________________________________________________

»Lauter Schall«
Seit der Industriellen Revolution hat sich unsere Geräuschlandschaft von punktuellen zu permanenten Geräuschen gewandelt. Die lautesten Geräusche, die die Menschen vergangener Jahrhunderte kannten, waren Kirchenglocken und – seit Erfindung des Pulvers – Kanonen. Das Hämmern der Handwerker, das Trappeln der Pferde, Menschen- und Tiergeschrei ertönten vor einem Hintergrund der Stille, während wir heute »Stille« entweder gar nicht mehr kennen, oder sie mit dem Geräuschteppich einer motorisierten Welt gleichsetzen. Viele Menschen haben gar Angst vor Stille und umgeben sich mit permanenter Beschallung. Für die Menschen früher aber hatte Lärm eine Aussage: Der festliche Lärm bei großen Anlässen, das Sturmläuten bei Katastrophen oder der Schrecken eines Heeres mit seinen Trompeten und dem Kriegsgeschrei. Zeugen berichten von der verheerenden Wirkung der türkischen Pauken bei der Eroberung Konstantinopels (Istanbul) im Jahr 1453. In der Folge wurde die Pauke im christlichen Europa eingeführt. Geradezu furchtbar wurde der Lärm bei Umweltkatastrophen – Vulkanausbrüche, Lawinen, Sturmfluten – empfunden, dem nichts Bekanntes an die Seite gestellt werden konnte.


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