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Trompeterprivilegien ?

 

»Küng Sigmund was der synn beraubt,
Da er trummett vnd pfeiffen erlaubt
Den Steten so gemeine;
Das hat In pracht groß übermût.
Es gehört nach recht, gewonhait gût
Den Fürsten zû allaine.«
(Unbekannter Verfasser um 1450, aus dem Liederbuch der Clara Hetzlerin,
Prag, um 1475)


  Abb. 7: Ausschnitt aus dem kaiserlichen Trompeterprivileg von 1623


Trompeter berufen sich gerne auf »Trompeterprivilegien« und ihre »Trompeterzunft«. Wie war es wirklich?
Ein »Privileg« ist kein »Vorrecht«, sondern ein »Erlass eines Fürsten«. Im Jahr 1623 erließ Kaiser Ferdinand II. ein Privileg, das die Ausbildung der Trompeter regelte. Dabei stand nicht das Interesse der Trompeter als »Zunft« im Blickfeld, sondern das Interesse ihrer Herren:
§ 8 erklärt:
»Soll kein ehrlicher Trompeter sich mit der Trompeten gebrauchen lassen / als bey Fürsten / Grafen / Herren / Adelichen/Ritterschafften/oder sonsten qualificirten Personen/ und welcher dißfalls ergriffen würde / soll nach Erkäntniß des Verbrechens gestraffet werden.«
Jeder Trompeter darf nur einen Lehrling zur Zeit ausbilden. Die Lehrzeit dauert zwei Jahre. Dann muss er alle Signalzeichen beherrschen.


Unterm Strich ____________________________________________________________

Die Bibel erwähnt silberne Trompeten, die von Priestern im Tempel geblasen wurden. Aus dieser noblen Abstammung leiten die Trompeter Europas ihre Ansprüche her. Aber in einem Druck des 16. Jh. wird die schöne Trompete des Anton Schnitzer unter die Füße der anderen Musiker getreten:


  Abb. 8  Abb. 9



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