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Die Trompete als Statussymbol

 


  Abb. 6: Trompeten vor den Mauern von Jericho, 1494

Die öffentliche Akklamation: Die laut geäußerte Zustimmung des ganzen Volkes ›mit einer Stimme‹, der Lärm von Pauken und Trompeten, Glockenläuten und Böllerschüsse, verlieh einem Erlass Rechtsstatus.
In der Bibel äußert sich Gott mit »Donnern und Blitzen«, einer »dicken Wolke auf dem Berge» und dem »Ton einer sehr starken Posaune«, so dass »alles Volk erschrak« (2. Mose 19, 16). Aber zuweilen scheint es selbst den alten Israeliten zu viel geworden zu sein, denn der Prophet Elia (Elijahu) erlebt es anders: »Der Herr ging vorüber und ein großer starker Wind, der die Berge zerriß und die Felsen zerbrach, vor dem Herrn her; der Herr aber war nicht im Winde. Nach dem Winde aber kam ein Erdbeben; aber der Herr war nicht im Erdbeben. Und nach dem Erdbeben kam ein Feuer; aber der Herr war nicht im Feuer. Und nach dem Feuer kam ein stilles, sanftes Sausen.« (1. Könige 18, 11–12)



Unterm Strich ____________________________________________________________

Der Spott eines Engländers:
Charles Burney, der englische Musikgelehrte, meint im Jahr 1772 über die preußische Manier, mit Trompeten Kommen und Gehen des Königs anzukündigen: »Diese Art von Musik ist die älteste und scheint bey allen ihrem geräuschvollen Lärmen, und trotz der Mode gewordenen Verfeinerungen in der neuern Musik, den Europäern noch immer die Liebste zu seyn; besonders wenns auf Feyerlichkeiten ankommt.«
Burneys spöttischer Nachsatz erscheint allerdings nicht in der deutschen Übersetzung: »...Es gibt kaum einen souveränen Fürsten in Deutschland, der meint, er könne bequem oder mit geziemender Würde speisen ohne den Lärm von Pauken und Trompeten.«


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