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a) Die Herstellung einer Trompete war eine Gemeinschaftsarbeit

 


  Abb. 23: Trompetenwerkstätten: Italienisch, Ende 14. Jh. ...


Das europäische Handwerk war in Gilden bzw. Zünften organisiert. Die Gilde regelte die Qualitätskontrolle, wie viele Meister an einem Ort gestattet waren und wie viele Gesellen ein Meister haben durfte. Sie regelte,welche Werkzeuge, Arbeitsmaterialien und Arbeitsgänge erlaubt waren. Sie wachte darüber, daß kein Unbefugter sich Arbeiten anmaßte, die ihm nicht zukamen. Handwerker in Metall und in Holz durften nicht tauschen. Ein Holzhandwerker durfte seine Werkzeuge nicht selber schmieden, sondern musste damit zum Eisenschmied. Messing- und Silberklappen von Flöten und Oboen mussten beim Goldschmied bestellt werden.
Metallgewerke wurden unterteilt in Gewerke für Kupfer, Messing, Stahl, Gold oder Silber. Man unterschied grobe und feine Arbeiten.
Positiv an den Gilden war, dass sie einen gleichbleibenden Standard garantierten. Wer ihn verletzte, wurde bestraft, schlimmstenfalls mit Ausschluss aus der Gilde, was gleichbedeutend war mit Berufsverbot.
Negativ war, dass die Gilden oft eine Weiterentwicklung blockierten und das Handwerk stagnierte.


  Abb. 24: ... und in Nürnberg: Christoph Weigel, 1698



Unterm Strich ____________________________________________________________

Seit dem späten 15.Jh. gab es für gute Trompeten nur noch eine Adresse: Die Freie Reichsstadt Nürnberg, die ihr Monopol eifersüchtig hütete und streng auf Qualität bedacht war.


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