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Glasharmonika

Benjamin Franklin, der große Physiker und Politiker, hat nicht nur den Blitzableiter, sondern auch die Glasharmonika erfunden. Angeregt von der Darbietung eines auf Weingläsern musizierenden Virtuosen, baute er 1761 ein Instrument, bei dem auf einer Achse, die über Fußantrieb in Bewegung versetzt wird, halbkugelförmige Glasschalen ("Kalotten") unterschiedlicher Größe aufgereiht sind. Der Musiker spielt das Instrument, indem er die rotierenden Kalotten mit befeuchteten Fingern berührt und so einen eigenartig ätherischen Klang erzeugt. Immerhin verfassten Mozart und Beethoven Kompositionen für dieses seltene Instrument. Richard Strauss schrieb im dritten Akt seiner Oper "Die Frau ohne Schatten" eine Partie für Glasharmonika.

Die Glasharmonika des Museums ist unsigniert. Aufgrund von bautechnischen Merkmalen ist jedoch anzunehmen, dass das Instrument um 1810 in Süddeutschland oder Österreich angefertigt worden ist. Der Tonumfang der 44 Kalotten reicht von d bis a'''. Zur leichteren Orientierung des Spielers sind die Semitonien-Kalotten auf der Innenseite ihrer Ränder vergoldet.

Glasharmonika, Kat.-Nr. 812 (Flash)