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Hallraum

Ein idealer Hallraum hat sehr harte Begrenzungsflächen, damit bei der Schallreflexion möglichst wenig Energie geschluckt wird und der Schall nach dem Abschalten der Schallquelle lange nachklingt. Um das Auftreten von Flatterechos im resultierenden Schallfeld zu verhindern, wird jegliche Parallelität zwischen den Begrenzungsflächen vermieden. Zur besseren Streuung der einzelnen Reflexionen werden in der Regel noch Reflektoren (Diffusoren) unterschiedlich verteilt im Raum aufgehängt. Aus der Blickrichtung der Musikproduktion hat ein Hallraum den Nachteil, dass die Nachhallzeit und der Klang des Nachhalls nur im geringeren Umfang durch eine Aufstellung von Absorbern variiert werden können. Andererseits ist es bisher noch nicht gelungen, mit einem anderen Hallerzeuger eine gleich große Reflexionsdichte in Echtzeit zu erzeugen. Das akustische Gegenstück zum Hallraum ist der   reflexionsarme Raum.

Der Hallraum des SIM ist in erster Linie als Messraum für die Forschung und zum Einsatz in der Musikproduktion geplant worden. Deshalb ist er als federgelagerte Haus-in-Haus-Konstruktion ausgeführt. Damit soll die Übertragung von Luft- und Körperschall aus der Umgebung soweit verhindert werden, dass ein möglichst geringer Grundschallpegel eingehalten wird. Der Grundpegel von NH 10 erhöht sich bei eingeschalteter Klimaanlage auf NH 20. Der Hallraum hat ein Volumen von 147 Kubikmeter. Damit ist er einerseits um 47 Kubikmeter größer als das zulässige Mindestvolumen, andererseits aber um 53 Kubikmeter kleiner als das empfohlene Mindestvolumen von 200 Kubikmeter. Dadurch muss mit geringfügigen Beeinträchtigungen im Forschungsbereich gerechnet werden. Um das gewünschte diffuse Schallfeld zu erreichen, verlaufen die gegenüberliegenden Begrenzungsflächen (Wände, Decken und Boden) nicht parallel. Außerdem sind im Raum 12 Diffusoren in Form von Zylinderschalen unregelmäßig verteilt aufgehängt. Sie sind jeweils 1,25 Meter breit und 1,25 Meter lang und haben eine schallharte Oberfläche. Zur variablen Aufhängung der Diffusoren wurden in der Decke, ebenso wie in den Wänden zur Montage von Meßobjekten oder Mikrofonen, Halfeneisen eingelassen. Alle Begrenzungsflächen haben eine schallharten Anstrich.