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Instrumente der Wiener Klassik

Das musikalische Wien erlebte im 18. Jahrhundert während der Herrschaft Maria Theresias und Josephs II. einen großen Aufstieg. Mit dem Dreigestirn der Wiener Klassik - Haydn, Mozart und Beethoven - sollte sich auch das heute noch verwendete Instrumentarium endgültig durchsetzen. Besonders die Konstruktion des Hammerflügels wurde in der Zeit um 1770 entscheidend verändert, was nicht ohne Einfluss auf die Klavierkomposition der Wiener Klassik blieb. Wesentlichen Anteil an dieser Entwicklung hatte Johann Andreas Stein, der seit 1751 in Augsburg seine Werkstatt hatte. Der große Vorzug seiner Instrumente beruht auf der vermutlich von ihm entwickelten Prellzungenmechanik: Der Hammer liegt - entgegen der englischen Stoßmechanik - auf dem Tastenhebel. Unmittelbar nach dem Anschlag fällt der Hammer wieder in seine Ruhelage zurück. Zusammen mit der robusteren Bauweise ergab sich ein verändertes Klangbild: heller, durchdringender, präsenter. Das Museum besitzt einen mit Kirschholz furnierten Flügel Steins von 1775.

Im Orchester und auch als Soloinstrument gewann auch die Klarinette immer mehr an Bedeutung. Das erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts erfundene - und damit gegenüber der Oboe deutlich jüngere - Instrument ist überwigend zylindrich gebohrt und wird mit einem einfachen Rohrblatt gespielt. Eine Sonderform der Klarinette ist das Bassetthorn. Um 1770 wurde dieses Instrument vermutlich im Umkreis des Klarinettisten Anton Stadler, einem Freund Mozarts, entwickelt. Es entspricht einer Altklarinette mit einem etwas rauen, aber dennoch fülligen Timbre, das auf die im Verhältnis zur Normalklarinette engere Bohrung und dünnere Wandstärke zurückzuführen ist. Im 19. Jahrhundert geriet das Bassetthorn jedoch bald in Vergessenheit.

Ein anderes Instrument, das die Wiener Klassik nicht überlebte, ist das Baryton: ein 6- bis 7-saitiges Streichinstrument mit zusätzlichen, unter dem Steg hindurch zu einem schräggestellten Querriegel laufenden Resonanzsaiten, die von der linken Hand am rückwärtig offenen Hals gezupft werden konnten. Üblich waren 9 Resonanzsaiten, doch auch 27 und mehr Saiten kamen vor. Das Baryton wird als höchst anmutig, sanft und lieblich tönend geschildert. Haydn schrieb allein zwischen 1766 und 1774 über 120 Baryton-Trios für seinen Herrn, den Fürsten Esterházy.