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Meistergeigen aus dem nordalpinen Raum

Nicht nur der   Geigenbau Italiens, sondern auch der des deutschsprachigen Raumes brachte Streichinstrumente von herausragender Qualität hervor. So waren die Geigen des in Absam bei Innsbruck wirkenden Instrumentenbauers Jakob Stainer bis in die Zeit um 1800 sogar beliebter als die Geigen Antonio Stradivaris. Mozart etwa spielte eine Violine, die dem Modell Stainers nachempfunden war. Der Klangkörper eines Stainer-Instruments ist höher, steiler gewölbt, was einen vergleichsweise zarteren Ton begünstigt. Das Musikinstrumenten-Museum besitzt eine Stainer-Geige aus dem Jahre 1654.

Eine lokal begrenzte, aber bedeutende Geigenbautradition stellt die Alemannische Schule dar, die im 17. Jahrhundert im Südschwarzwald (Werkstätten Joseph Meyer und Frantz Straub) und in der Schweiz im Raum Bern (Werkstatt Hans Krouchdaler) bestand. Ihre reich verzierten Instrumente dokumentieren in reiner Weise eine Bauweise, die von Polen bis England reichte und teilweise bis ins frühe 20. Jahrhundert galt. Die Instrumente wurden im Unterschied zu den Geigen der Cremonenser Meister ohne stützende Innenform gebaut; der Zargenkranz wurde frei auf den Boden aufgesetzt. Unser Museum zählt sieben Instrumente und Instrumentenfragmente der Alemannischen Schule zu seinem Bestand - ein außerordentlicher Glücksfall für die Forschung. Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Arbeit zu diesen Instrumenten wurden in einer grundlegenden   Publikation sowie in einer Ausstellung dokumentiert. Zudem sind die Alemannischen Geigen auf einer CD in der Reihe   Klingendes Museum zu hören.

Alemannische Geigen, Kat.-Nr. 4519 u. a. (Flash)