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Naumburger Blasinstrumente

Einem außerordentlichen historischen Glücksfall ist es zu verdanken, dass das Musikinstrumenten-Museum eine umfangreiche Kollektion seltener Blasinstrumente des Frühbarock aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts besitzt. Der Naumburger Kantor Andreas Unger vermachte 1657 seine Instrumentensammlung testamentarisch der Stadtkirche St. Wenzel. Aus Pietät gegenüber dem Stifter wurden diese Instrumente über Jahrhunderte hinweg aufgehoben - obwohl sie schon bald aus der Mode gekommen waren und keinerlei Gebrauchswert mehr aufwiesen.

Es handelt sich um Instrumente, wie sie in der Praxis der Stadtpfeiferei üblich waren: Rauschpfeifen, Pommer, Dulziane, Krummhörner, Blockflöten, Querflöten, Zinken, Posaunen und Trompeten. Sie wurden sowohl in der Kirche als auch zu anderen Anlässen, etwa bei Hochzeitsfeiern oder in der Hausmusik gespielt. Eine Besonderheit der Naumburger Sammlung ist es, dass die Instrumente nicht als Einzelstücke, sondern in Familien überliefert sind: Diskant-, Alt-, Tenor- und Bassinstrumente einer Instrumentengattung sind gleichermaßen vorhanden.

Pommer, Kat.-Nr. 642 [MP3, 530 KB]


Krummhörner, Kat.-Nr. 670ff [MP3, 460 KB]