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Neuerscheinungen

 

SIM Jahrbuch 2014

Das Autograph - Fluch und Segen

Probleme und Chancen für die musikwissenschaftliche Edition
herausgegeben von Ulrich Krämer, Armin Raab, Ullrich Scheideler und Michael Struck

Dieses Jahrbuch enthält die Beiträge eines Symposiums, das die Fachgruppe Freie Forschungsinstitute im April 2013 in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Institut für Musikforschung in Berlin veranstaltete. Dabei ging es vor allem darum, welche Rolle Komponistenautographe für die Erkenntnis der Werkentstehung und für die Werkedition spielen. Die Frage, ob sie die endgültige Fassung eines Werks enthalten oder sich diese erst im Gefüge von Autographen, Kopistenabschriften, Korrekturfahnen und Drucken manifestiert, ist je nach Epoche, Komponist und Einzelfall unterschiedlich zu beantworten.

Verlag: Schott Music
284 Seiten - Broschur
ISBN: 978-3-7957-2012-4

Inhaltsverzeichnis [PDF, 60 KB]

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Motivisch-thematische Arbeit als Inbegriff der Musik?

Studien zur Geschichte der Musiktheorie Band 12

von Stefan Keym

Motivisch-thematische Arbeit gilt vielen nicht nur als ein Teilaspekt, sondern geradezu als Inbegriff instrumentalen Komponierens und daher auch als entscheidendes Kriterium bei der Bewertung einer Symphonie, Sonate oder eines Streichquartetts. Diese vor allem im deutschsprachigen Raum verbreitete Überzeugung hat eine Vielzahl komplexer, tiefgründiger Werkanalysen hervorgebracht. Sie hat aber auch zur Vernachlässigung anderer Parameter beigetragen und zur Abwertung von Werken geführt, bei denen thematische Strukturen keine zentrale Rolle spielen. Sie hat so auch einem germanozentrischen Bild der Musikgeschichte Vorschub geleistet.

In diesem Band wird der Diskurs über motivisch-thematische Arbeit erstmals umfassend beleuchtet: von den Anfängen im frühen 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Die musiktheoretische und ästhetische Perspektive wird dabei ergänzt durch einen kulturgeschichtlichen Blickwinkel: Er widmet sich der identitätsstiftenden Funktion, die auch eine scheinbar rein satztechnische Kategorie wie thematische Arbeit in einem bestimmten historischen Kontext zu übernehmen vermag.

Stefan Keym
Motivisch-thematische Arbeit als Inbegriff der Musik?
Zur Geschichte und Problematik eines ›deutschen‹ Musikdiskurses,
Studien zur Geschichte der Musiktheorie Band 12
hrsg. von Thomas Ertelt, Heinz von Loesch im Auftrag des Staatlichen Instituts für Musikforschung Preußischer Kulturbesitz.
Hildesheim (u.a.): Georg Olms Verlag, 2015.
VIII/248 S., mit Notenbeispielen, Englische Broschur
ISBN: 978-3-487-15295-0


Inhaltsverzeichnis [PDF, 80 KB]

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Musiklehre im Studium der Artes

Studien zur Geschichte der Musiktheorie Band 11

von Klaus-Jürgen Sachs

Die Musica, seit der Spätantike innerhalb der Septem artes liberales eines der grundlegenden Bildungsfächer, erfuhr im 14./15. Jahrhundert bedeutsame Wandlungen, blieb aber verankert im Kreise jener Artes, die ihrerseits- Neues aufnehmend- weiterwirkten. Als besonders erhellend für diese bislang unterschiedlich bewertete Entwicklung erweisen sich die musikalischen Lehrschriften des Johannes Cochlaeus aus seiner Zeit als Artes-Lehrer (bis 1515, ehe er als Theologe ab 1522 seine einflussreichen antireformatorischen Schriften verfasste).

Denn seinem weit verbreiteten Tetrachordum musice (Nürnberg 1511) ging die noch wenig bekannte, nahezu unerforschte Musica (Köln 1507) voraus, die mit Vorfassungen und begleitenden Kurztexten, aber auch mit zahllosen handschriftlichen Glossen in mehreren Druckexemplaren (u.a. das Heinrich Glarean) ein höchst aufschlussreiches Quellen-Korpus darstellt. Diese Texte werden hier zum ersten Mal editiert (meist auch synoptisch verdeutscht) und eingehend erörtert.

Die detailreiche Schrift präzisiert die Stellung des Cochlaeus zwischen zwei herausragenden Musiktheoretikern – seinem wichtigsten Gewährsmann Franchino Gaffurio (1451 – 1522) und seinem bedeutendsten Schüler Heinrich Glarean (1488 – 1563) -, bietet eine Fülle von Ansätzen für die Weiterforschung, bestärkt aber auch den Eindruck, dass in den Texten des Cochlaeus die »Musiklehre im Studium der Artes« so anschaulich wird wie in kaum einer anderen noch greifbaren Quellengruppe.

Klaus-Jürgen Sachs
Musiklehre im Studium der Artes
Die Musica (Köln 1507) des Johannes Cochlaeus
Studien zur Geschichte der Musiktheorie Band 11
hrsg. von Thomas Ertelt, Heinz von Loesch im Auftrag des Staatlichen Instituts für Musikforschung Preußischer Kulturbesitz.
Hildesheim (u.a.): Georg Olms Verlag, 2015.
2015, XVIII/466 S., Englische Broschur
Reihe: Studien zur Geschichte der Musiktheorie, 11
Erster Teilband
ISBN: 978-3-487-15344-5
Inhaltsverzeichnis [PDF, 530 KB]
Zweiter Teilband
ISBN: 978-3-487-15346-9


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Russische Schule der musikalischen Interpretation

hrsg. von Heinz von Loesch und Linde Großmann

Aus Russland bzw. der Sowjetunion kommen seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert nicht nur bedeutende ausübende Musiker in großer Zahl, die Russische Schule der musikalischen Interpretation ist überdies die einzige nationale Schule, deren Existenz auch für das 20. Jahrhundert nie bestritten wurde. Was macht die Russische Schule aus, wodurch sind ihre Spezifika bedingt? Wie wirkten sich Eiserner Vorhang und Perestroika, wie sowjetische und transatlantische Ideologien auf die Russische Schule und ihre Wahrnehmung im Westen aus?
Der Aufsatzband versammelt die erweiterten Vorträge des gleichnamigen Symposiums in Zusammenarbeit mit dem Moskauer Tschaikowsky-Konservatorium vom Mai 2014. Unter den Autoren ist eine Reihe namhafter russischer Fachgelehrter, von denen hier zum ersten Mal Texte in deutscher Sprache zugänglich werden.

hrsg. von Heinz von Loesch und Linde Großmann im Auftrag des Staatlichen Instituts für Musikforschung Preußischer Kulturbesitz, Berlin
Mainz (u. a.): Schott, 2015. 277 S., geb.,
ISBN: 978-3-7957-0941-9 (Schott ED 22461)


Inhaltsverzeichnis [PDF, 200 KB]

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Musikalische Logik

Prinzipien und Modelle musikalischen Denkens in ihren geschichtlichen Kontexten

von Adolf Nowak

Texte zur Praxis, Theorie und Ästhetik der Musik beanspruchen den Begriff ›musikalische Logik‹, wobei die Vorstellungen über Geltung, Inhalt und Umfang dieses Begriffes weit divergieren. Im vorliegenden Buch wird eine problemgeschichtliche Klärung unternommen. Musikalische Logik erweist sich als Inbegriff der Bedingungen, unter welchen Musik als in sich selbst begründeter Prozess erscheinen kann. Sie besteht in einem musikalischen Denken, dessen Zusammenhang generiert wird durch Differenzierung von Klangrelationen und Zeitmaßen, durch Bildung von Verknüpfungsweisen und Verlaufsformen, durch den variativen Gebrauch der resultierenden Modelle sowie durch Aufhebung und Neubildung der Konstituenten; als produktives Denken lässt sich das musikalische die Wege nicht festlegen, die sich für seine Ausdrucks- und Kommunikationsweise bewährt haben. Musikalische Logik kann sich in voraushörbarer Konsequenz zeigen, aber auch und besonders in der Art, wie sich ein nicht zu antizipierender Prozess als in sich begründet erweist. Die Vielfalt der Möglichkeiten spricht nicht gegen die Erwartung von Logik in der Musik, sondern erfüllt die Eigenart des Logischen im Bereich des Schaffens gegenüber dem Logischen im Bereich des Erkennens. Die historische Darstellung führt von der Spätantike bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts.

Georg Olms Verlag, 2015, XIV/434 S., Pappband
Reihe: Studien zur Geschichte der Musiktheorie, 10
ISBN: 978-3-487-15254-7


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