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Cembali der flämischen Instrumentenbauerfamilie Ruckers

Zu den ältesten und wertvollsten Tasteninstrumenten des Museums gehören vier Cembali der flämischen Familie Ruckers aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Die Cembali dieser Instrumentenbauerfamilie, die in Antwerpen zwischen 1570 und 1660 gebaut wurden, gehörten zu den besten der Zeit; zahlreiche Instrumente wurden damals nach England, Frankreich und Deutschland exportiert. Begehrt waren die Instrumente der Ruckers vor allem wegen ihres kraftvollen und zugleich flexiblen Tones.

Die bekanntesten Vertreter der Familie sind Hans der Ältere (1550 - ca. 1623) sowie seine Söhne Joannes oder Hans der Jüngere (1578 - 1643) und Andreas der Ältere (1579 - 1654). Von den beiden letzteren stammen je zwei der Cembali des Museums. Entsprechend der flämischen Bauweise handelt es sich um vergleichsweise schwere und massive Instrumente.

Das vermutlich älteste der vier Ruckers-Cembali unserer Sammlung wurde 1618 von Andreas dem Älteren gebaut. Hier wie auch bei anderen Instrumenten ahmt die Bemalung der Zargen, der Umgebung der Klaviatur und des Inneren des Deckels Tapetenmuster oder Holzmaserung nach. Die Malerei auf dem Resonanzboden stellt Blumen, Früchte und Vögel dar: Auch dies ist typisch für die flämischen Cembali dieser Zeit.

Ein weiteres Cembalo des Museums wurde von Joannes Ruckers um 1620 gefertigt. Es ist hier eine ungewöhnliche Kombination von Cembalo und Virginal innerhalb eines Korpus realisiert, eine besondere Erfindung der Familie Ruckers. Die Deckelinnenseite, die beim Spielen aufgeklappt ist, ziert ein großes und kostbares Gemälde, das die Bekehrung des Saulus zum Paulus wiedergibt. Auch die verbleibenden zwei Ruckers-Cembali unserer Sammlung, darunter ein zweimanualiges, zeigen prächtige Deckelgemälde: eine Stadtansicht und eine Küstenlandschaft. spezielle Die aufwändige Ausstattung weist auf den hohen Stellenwert hin, den diese Cembali nicht allein als Musikinstrumente, sondern auch als repräsentative Möbelstücke hatten.

Ruckers-Cembalo, Kat.-Nr. 2224 [MP3, 420 KB]