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Sonderausstellungen

Hände Ferruccio Busonis, in: Rudolf M. Breithaupt, Die natürliche Klaviertechnik, C. F. Kahnt Nachf., Leipzig 1905, S. 331. Foto: Prof. Dr. Eduard Schiff’s Institut für Radiographie und Radiotherapie, Wien.

Ferruccio Busoni 1913

  Der Prophet vom Viktoria-Luise-Platz


 

BUSONI. Freiheit für die Tonkunst!

Eine Ausstellung der Staatsbibliothek zu Berlin, des Staatlichen Instituts für Musikforschung und der Kunstbibliothek – Staatliche Museen zu Berlin

04.09.2016 bis 08.01.2017

Kunstbibliothek – Staatliche Museen zu Berlin
am Kulturforum
Matthäikirchplatz 6
Dienstag bis Freitag von 10.00 - 18.00 Uhr
Samstag und Sonntag von 11.00 - 18.00 Uhr
Eintritt 6,- Euro / ermäßigt 3,- Euro

Ausstellungseröffnung am 4. September um 13 Uhr im Foyer der Kunstbibliothek

Der Komponist, Klaviervirtuose, Dirigent und Musiktheoretiker Ferruccio Busoni (1866–1924) zählt zu den herausragenden Künstlerpersönlichkeiten seiner Epoche. Neben Komponisten wie Arnold Schönberg, Igor Strawinsky, Béla Bartók und Paul Hindemith gilt er als Wegbereiter der Neuen Musik. In vielen seiner Kompositionen streift er die Atonalität der zeitgenössischen Avantgarde, seine Ästhetik kulminiert in der Vision einer freien Musik. Sein nachhaltiger Einfluss auf die Kunst und die Musik des 20. Jahrhunderts macht ihn zu einer der zentralen Figuren der Moderne.

Aus Anlass von Busonis 150. Geburtstag am 1. April 2016 präsentiert die Kunstbibliothek der Staatlichen Museen in Zusammenarbeit mit der Staatsbibliothek zu Berlin und dem Staatlichen Institut für Musikforschung im Spätsommer eine umfassende Ausstellung zu Leben und Werk des Komponisten. Im Mittelpunkt steht dabei der Busoni-Nachlass der Staatsbibliothek zu Berlin, einer der kostbarsten musikgeschichtlichen Schätze der Stadt. Er umfasst nicht nur Notenmanuskripte und eine fotografische Porträtsammlung, sondern ebenso mehr als 9.000 Briefe, die Busoni mit bedeutenden Protagonisten und Förderern der europäischen Moderne bis hin zur Avantgarde wechselte, darunter Arnold Schönberg, Stefan Zweig, George Bernard Shaw, Max Oppenheimer, Bruno Cassirer, James Simon und Ludwig Rubiner.

Besonderes Augenmerk legt die Ausstellung auf die Sammlungsbestände der Kunstbibliothek zur Kommunikations- und Mediengeschichte der Moderne sowie ihren reichen Bestand an historischen Fotografien und Erstausgaben literarischer Größen. Busoni besaß eine umfangreiche Privatbibliothek und eine erlesene Kunstsammlung, darunter mehrere Werke des Futurismus. Gezeigt werden eine Auswahl an Prachtexemplaren der Buchkunst und Grafik sowie einzelne Werke von Künstlern, die für Busoni eine besondere Rolle gespielt haben, darunter Umberto Boccioni und Pablo Picasso. Das internationale und interdisziplinäre Netzwerk Busonis kann anhand dieser Exponate vor dem Hintergrund seiner Epoche in einem Reichtum rekonstruiert werden, wie es so nur in Berlin, wo der Künstler seinen Hauptwirkungsort fand, möglich ist.

"BUSONI. Freiheit für die Tonkunst!" findet in Kooperation mit dem Musikfest der Berliner Festspiele statt. Anlässlich der Ausstellungseröffnung am 4. September veranstaltet das Musikfest Berlin um 11 Uhr im Kammermusiksaal der Philharmonie ein Ferruccio Busoni gewidmetes    Matineekonzert mit dem GrauSchumacher Piano Duo. Präsentiert wird ein von Busoni einst selbst konzipiertes Programm für zwei Klaviere, bestehend aus Bearbeitungen von Werken von Johann Sebastian Bach und Wolfgang Amadeus Mozart und Busonis großer "Fantasia contrappuntistica". Im Rahmen der Ausstellung ist zudem ein Sonderkonzert der Notturno-Reihe des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin geplant.

Ausstellungsflyer [PDF, 510 KB]

  Ausstellungswebsite der Staatlichen Museen zu Berlin

  Pressematerial zur Ausstellung

  Busoni-Nachlass der Staatsbibliothek zu Berlin

  Busoni zwischen den Zeilen