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Studien zur Geschichte der Musiktheorie, Band 2

KLAUS-JÜRGEN SACHS, De modo componendi. Studien zu musikalischen Lehrtexten des späten 15. Jahrhunderts. Hildesheim, Zürich, New York: Olms, 2002. (Veröffentlichungen des Staatlichen Instituts für Musikforschung. XII.)

Für das historische Verständnis der überlieferten musikalischen Kunst ist es keineswegs unwichtig ermessen zu können, wie in den verschiedensten Epochen das ›Komponieren‹ tatsächlich gelehrt wurde. Zum 15. Jahrhundert - einer diesbezüglich noch wenig erschlossenen Ära - eröffnet der Band wichtige neue Aspekte: Er beleuchtet anhand dreier singulär erhaltener, vor 1476 entstandener lateinischer Texte, die hier zum erstenmal ediert, übersetzt und ausgiebig kommentiert werden, eine bislang unbekannte Lehre vom mehrstimmigen Komponieren bereits vor 1500, die sich sachlich und begrifflich gegenüber der Contrapunctus-Lehre absetzt. Der Autor geht auf der Grundlage dieser Zeugnisse der ars componendi im weiteren Umkreis musiktheoretischer Quellen bis ca. 1520 nach und führt Fragestellungen in die Diskussion ein, an denen sich künftige Forschungen orientieren dürften.