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Topographie des Berliner Konzertlebens 1880–1945

Ziel des Projektes Topographie des Berliner Konzertlebens ist die Bereitstellung einer webbasierten    Karte zum Berliner Konzertleben der Jahre 1880 bis 1945. Es sind die Jahre, in denen sich das öffentliche Konzertleben Berlins seit der Errichtung der ersten öffentlichen Konzertsäle (Konzertsaal im Königlichen Nationaltheater auf dem Gendarmenmarkt 1803, Singakademie am Festungsgraben 1826) in großem Stil professionalisierte und etablierte. Die interaktive Karte verzeichnet etwa 250 historische geographische Orte des Berliner Konzertlebens im angegebenen Zeitraum. Dazu zählen unter anderem Ministerien, Ausbildungsstätten, Musikverlage, Musikinstrumentenbauer, Konzertsäle sowie Wohnorte von Interpreten und Komponisten. Jedem geografischen Punkt werden    Beobachtungsdaten in Form von Adresse sowie Zeitpunkt oder Zeitraum des Bestehens zugeordnet. Historische Bilder und Konzertprogramme geben einen Eindruck vom lebendigen Konzertleben in Berlin vom Ende des 19. Jahrhunderts bis etwa zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Die Verknüpfung weiterer relevanter und frei verfügbarer Informationsquellen ermöglicht dem Nutzer, bestimmte Aspekte des Berliner Konzertlebens tiefer zur erforschen. Die intuitive Bedienung der Karte lädt aber auch zum Stöbern und Entdecken ein. Das Projekt versteht sich als Beitrag zur Dokumentation eines nur lückenhaft aufgearbeiteten Gebiets der lokalen Musikgeschichte.

Ausgangsbasis der Topographie sind Daten, die im Rahmen des Projektes    Archiv des Konzertlebens ermittelt wurden. In dem Projekt wurden Konzertprogramme mit dem Schwerpunkt Berlin von 1880–1945 digitalisiert und die jeweiligen Konzertstätten, beteiligten Institutionen und Personen sowie die aufgeführten Werke in einer Datenbank erfasst. Alle erfassten Entitäten werden mittels Normdaten referenziert. Dadurch sind die eineindeutige Identifizierung von Personen, Körperschaften und Gebäuden, die Verknüpfung mit relevanten Informationen aus externen Quellen sowie die Nachnutzbarkeit der Daten gewährleistet.

Die Karte wird mit verschiedenen freien Open Source-Anwendungen realisiert.    Leaflet ist eine JavaScript Bibliothek speziell für mobile Internet-Kartenanwendungen. Mit ihr werden auf einem definierten Kartenausschnitt interaktive Marker erstellt. Die Kartendaten und die jeweiligen Koordinaten der Topographie des Konzertlebens basieren auf    OpenStreetMap sowie auf Daten von    HistoMapBerlin. HistoMapBerlin stellt georeferenzierte historische Karten für Berlin frei zur Verfügung.


Hinweise zur Benutzung

Punkte hinter den Jahreszahlen in der Form 1901. oder 1897.-1914. bedeuten, dass der tatsächliche Beginn beziehungsweise das tatsächliche Ende des jeweiligen Zeitraumes anhand der vorliegenden Quellen nicht abschließend verifiziert werden konnte. Es handelt sich dabei um Beobachtungsdaten für den jeweiligen Ort und die jeweilige Zeit.

Berlin hat sich innerhalb des hier betrachteten Zeitraumes stark verändert. Besonders die Zerstörungen des 2. Weltkrieges waren für die Topographie Berlins signifikant. Viele Gebäude existieren heute nicht mehr. Daher befindet sich unter anderem anstelle des Gebäudes der Gesellschaft der Musikfreunde in der Schellingstraße 9 heute der Piano-See. Die Koordinaten der historischen Adressen sind zum Teil mittels historischer, georeferenzierter Karten ermittelt worden. Historisch bedingt basieren diese Karten auf dem    Soldner-Koordinatensystem. Für die hier vorliegende Kartenanwendung war eine Konvertierung dieser Koordinaten in das international gebräuchliche    World Geodetic System 1984 notwendig. Daher kann es bei diesen Koordinaten zu leichten Abweichungen vom eigentlichen geografischen Punkt kommen. Die Konvertierung der Koordinaten wurde mittels    Kartenexplorer durchgeführt.

Legende der Icons

Administrative Institutionen
Aufführungsstätten
Ausbildungsstätten
Musikindustrie
Wohnorte

Die Topographie des Berliner Konzertlebens wird laufend erweitert.

Hier geht es zur    Topographie des Berliner Konzertlebens (optimiert für    Google Chrome sowie für Android mit Standortbestimmung und Navigation).


Werkzeuge

JavaScript-Bibliotheken:
   Leaflet
   Mapbox

Software:
   Kartenexplorer

Quellen

Koordinaten:
   OpenStreetMap
   HistoMap Berlin

Adressen:
   Berliner Adressbücher
   Hesses Musikerkalender
   Berliner Straßenlexikon

Bildmaterial:
   bpk Bildagentur für Kunst, Kultur und Geschichte
   Deutsche Fotothek

Verlinkte Informationsquellen:
   Datenbank Archiv des Konzertlebens
   Bibliographie des Musikschrifttums
   Deutsche Biographie

Literatur:

Die Erweiterungsbauten der Philharmonie, Bernburgerstrasse 22a u. 23, und Köthenerstrasse 32. (1899). In: Deutsche Bauzeitung 33 (42), S. 265–269.

Harmonium-Saal. Berlin W. 35 ; Steglitzerstrasse Nr. 35 (nach 1910). Berlin: Carl Simon.

Personalstand und Adressenverzeichnis der Königlichen Akademie der Künste zu Berlin und der mit ihr verbundenen Lehrinstitute. Nach dem Stande vom 1. April 1912 (1912). Berlin: Mittler.

Illustrierter Künstler-Almanach. Saison 1919-20 (1919). Berlin: Almanach-Verlagsanstalt.

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Berlin als Musikstadt. Die Jahre 1910 - 1960 (1962). Freiburg i.Br, Bern, München: Fono-Verl.-Ges; Francke (Zugänge, 2).

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Siebenhaar, Klaus; Damm, Steffen (Hg.) (1998): Kulturhandbuch Berlin. Geschichte & Gegenwart von A - Z. Institut für Kultur- und Medienmanagement der Hochschule für Musik "Hanns Eisler". Berlin: FAB-Verlag.

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Weissmann, Adolf (1911): Berlin als Musikstadt. Geschichte der Oper und des Konzerts von 1740 bis 1911. Berlin: Schuster & Loeffler.

Hier finden Sie eine kleine Auswahl an Projekten mit verwandter Zielsetzung

   Schönberg-Weltkarte
   Concert Programmes
   Paisajes sonoros históricos de Andalucía (c.1200-c.1800)
   Österreichische Mediathek, Akustischer Stadtplan
   Berliner Klassik. Virtuelles Berlin um 1800
   Clubkataster
   Musical Map
   Engagement für Flüchtlinge – interaktive Karte

Projektteam

Anja Fischer M.A. (Bibliotheksangestellte), Sabrina Radatz B.A. (Bibliotheksangestellte), René Wallor M.A. (Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Projektleitung)

Das Projekt wurde von Februar 2016 bis August 2016 aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert.

Kontakt:   Topographie des Konzertlebens


Logo Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien