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Briefwechsel der Wiener Schule

 

Seit Jahren wird von der Fachwelt wie von der interessierten Öffentlichkeit das Fehlen einer vollständigen Ausgabe der Briefe von Arnold Schönberg und seinem Kreis bedauert. Mit der vom SIM PK unter Leitung von Thomas Ertelt veranstalteten Gesamtedition der Briefwechsel der Wiener Schule wird diese empfindliche Lücke geschlossen und damit einer der bedeutendsten Quellenkomplexe zur Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts zugänglich gemacht. Das Projekt führt die weit zurückreichenden Bestrebungen einzelner Wissenschaftler durch die institutionelle Bindung an ein Forschungsinstitut zusammen.

Herzstück der Ausgabe sind die wechselseitigen Korrespondenzen von Schönberg, Berg und Webern, für die Juliane Brand, Berkeley, CA, und Christopher Hailey, Wien/Los Angeles, CA (Schönberg-Berg), Regina Busch, Wien (Schönberg-Webern), und Rudolf Stephan, Berlin (Berg-Webern), als Bandherausgeber gewonnen werden konnten. Gerade für diese Briefwechsel ist die Einbindung in eine Gesamtedition zwingend, wird doch häufig der gleiche Gegenstand in wechselnder Konstellation und verschiedener Beleuchtung behandelt. Dieser Tatsache kann die Gesamtedition durch reiche Querverweise Rechnung tragen.

Neben diesen Hauptkomplex der Reihe, der ca. 2300 Briefe umfaßt, treten zwei Bände mit den Briefwechseln von Edward Steuermann und Rudolf Kolisch, den maßgeblichen Interpreten der Schule. Denkbar ist ferner eine Erweiterung durch Teile der Verlagskorrespondenz sowie eine Auswahl kleinerer Korrespondenzen und wichtiger Einzelbriefe.

Die Ausgabe soll durch einen Registerband abgeschlossen werden, der die Register der einzelnen Bände kumuliert; er wird neben Nachweisen der vorkommenden Personen und erwähnten Kompositionen ein umfassendes Personenverzeichnis mit Kurzbiographien enthalten.

Das Editionsunternehmen wird bei seiner Arbeit nachhaltig vom Arnold Schönberg Center in Wien und von der Forschungsstelle der Arnold Schönberg Gesamtausgabe in Berlin unterstützt; die dort vorhandenen reichen Bestände an dokumentarischen Materialien zu Schönbergs Schaffen und Leben - darunter zahlreiche Photokopien von Briefen - sind dem Projekt eine wertvolle Hilfe.

1995 konnte der erste Band im Verlag der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft Darmstadt vorgelegt werden: der Briefwechsel zwischen Zemlinsky und Schönberg (mit den kleineren Korrespondenzen Zemlinskys mit Schreker, Webern und Berg), herausgegeben von Horst Weber, Essen.

Seit Frühjahr 2001 wird das Projekt durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft gefördert. Dies ermöglichte die Einrichtung einer hauptamtlichen wissenschaftlichen Fachredaktion am Institut, die sich speziell den "Hauptbriefwechseln", also der zwischen Schönberg, Webern und Berg geführten Korrespondenz, widmet. Mitarbeiter der Fachredaktion sind Simone Hohmaier und Beatrix Obal.

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