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Akustik und Musiktechnologie

Virtueller Konzertsaal

Versuchsreihe zur audiovisuellen Wahrnehmung von Aufführungsräumen

Presseinformation
 


Die Abteilung III des SIM ist für die institutsübergreifende Informationstechnik und Audioübertragung sowie für die Forschung auf dem Gebiet der systematischen Musikwissenschaft zuständig. Die Aufgaben im Audiobereich reichen von technischen Veranstaltungsdurchführungen und Konzertmitschnitten über dokumentarische Aufnahmen von Instrumenten und Überspielungen historischer Tonträger bis zu künstlerisch ambitionierten Musikproduktionen für CDs, Audioguides und wissenschaftliche Zwecke.

Dies wird durch die Verfügbarkeit sowohl historischer als auch moderner tontechnischer Geräte, tonmeisterliche Kompetenzen und die instrumentenkundliche und technikhistorische Expertise in den Abteilungen I und II (  Musikinstrumenten-Museum und   Musiktheorie und Musikgeschichte) möglich.

Das Forschungsinteresse folgt der übergeordneten Frage, wie Musik produziert, übertragen und rezipiert wird. Darunter fallen sowohl instrumentenakustische, interpretatorische und raumakustische als auch elektroakustische, medienästhetische und hörpsychologische Fragestellungen. Da die menschliche Wahrnehmung das letztgültige Kriterium für musikalische Inhalte und Darbietungsweisen ist, kombiniert die Forschung der Abteilung technische Verfahren mit experimentalpsychologischen und sozialwissenschaftlichen Methoden.

So wurde mit dem Virtuellen Konzertsaal ein Forschungswerkzeug entwickelt, das neuartige Experimente zum Zusammenspiel von Hören und Sehen bei der Musikwahrnehmung erlaubt.

Der Virtuelle Konzertsaal


Was geschieht, wenn man den Sound des Leipziger Gewandhauses hört und dabei eine gotische Kirche sieht? Das die Abteilung Akustik und Musiktechnologie des Staatlichen Instituts für Musikforschung führt seit 2016 Versuchsreihen durch, in denen die Empfindungen beim Hören und Sehen von Musik in solchen Konflikt-Umgebungen gemessen werden.

Im "optoakustischen Forschungslabor" des SIM werden unter anderem Größen- und ästhetische Eindrücke sowie audiovisuelle Zuordnungen und entsprechende Gedächtnisleistungen erforscht. Die ausbalancierte Versuchsmethodik erlaubt es zu bestimmen, wieviel die akustischen und optischen Raumeigenschaften zu den Eindrücken von Konzertbesuchern beitragen. Das Forschungsprojekt ist Teil der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Forschergruppe   Simulation and Evaluation of Acoustical Environments (SEACEN). Es wird in Kooperation u.a. mit der Technischen Universität Berlin und der RWTH Aachen ausgerichtet.

Mit der oben beschriebenen Methodik und akustischen Simulationstechnik wurde in 2017 auch die Rolle der optischen und akustischen Eigenschaften von Heimlautsprechern für deren Qualitätsbeurteilung untersucht. Sowohl die Beurteilung der Gesamtqualität als auch die Bemessung eines Geldwertes werden demnach deutlich stärker von den optischen als von den akustischen Eigenschaften der Lautsprecher beeinflusst.

Rechnergestütze Analysemethoden für die Instrumentenkunde


Ein Schwerpunkt der akustischen Forschung am SIM ist die Entwicklung und
Bereitstellung geeigneter rechnergestützter Analysemethoden für die   Instrumentenkunde.

Entsprechende Aufnahmen im   Tonstudio erfolgen direkt aus dem Museum heraus oder aus akustisch besonders ausgestatteten Räumen wie dem   reflexionsarmen Raum und dem   Hallraum.

Forschungen über die akustische Wandelbarkeit von Räumen sind in jüngerer Zeit möglich geworden durch die digitale Ansteuerung der   Beschallungsanlage im   Curt-Sachs-Saal.

Im Zusammenhang mit diesem Projekt führt das   E-Labor der Abteilung III vergleichende Untersuchungen über PC-gestützte Verfahren zur Messung der Raumakustik und von Lautsprechern durch.


  Digitaler Schnittplatz

  Multiple-Channel Reverberation (MCR)

Publikationen


  Accuracy of Microtonal Synthesizers

  Validation of computational tuning systems